31 Dez

Veränderungen brauchen einen Zweck

Woran kann es liegen, wenn es mit der Veränderung nicht so voran geht, wie Sie es wollen? Mangelt es Ihnen dann gleich an Disziplin? Oder steht Ihnen einfach nur immer wieder die Umwelt im Wege mit all ihren Anforderungen und Unterbrechungen?

Das kann beides natürlich sein. Aber es gibt auch noch ein weiteres Muster: den Mangel an Zweck.

Wenn Sie nicht so recht in die Gänge kommen mit Ihren Veränderungsbemühungen, dann kann es daran liegen, dass Ihnen der Zweck noch nicht sonnenklar ist. Im Kopf mögen Sie sich Gründe zurechtgelegt haben, warum es gut ist, mehr Sport zu treiben oder die Business-Idee auszuarbeiten oder mehr Ordnung am Arbeitsplatz herzustellen. Doch der Kopf, eine rationale Einsicht haben wenig Energie. Rechtfertigung ist nicht gleichzusetzen mit Motivation.

Während unserer Gespräche mit Accountability Klienten spüren wir diesen Unterschied zwischen Rechtfertigung und Motivation, zwischen Kopf und Herz immer wieder. Manchmal früher, manchmal später. Und dann lässt sich eine der unliebsamsten Fragen nicht mehr vermeiden: Warum?

Warum soll diese oder jene Maßnahme eigentlich durchgeführt werden? Was soll die Veränderung eigentlich bringen?

Da besteht natürlich ein gewisses Risiko, in ungeahnte Tiefen abzurutschen. Denn wenn wir die 5-Why-Methode anwenden, um an den Kern einer Blockade auf dem Weg zur gewünschten Veränderung zu kommen, kann es ans Eingemachte gehen. Ultimativ kann es um die Frage gehen: „Wie wollen Sie leben?“

Doch davor keine Angst! Es muss nicht so tief gehen. Die allgemeine Sinnhaftigkeit von Maßnahmen hingegen steht hingegen öfter zur Disposition.

Insofern sind Veränderungen, die nicht in Gang kommen, nicht nur lästig, sondern als Symptome unter Umständen wertvolle Indikatoren. Ärgern Sie sich nicht über den Stillstand, sondern nehmen Sie ihn als Anlass zur Reflexion. Versuchen Sie, hinter die Fassade der Blockade zu schauen, um das Wurzelproblem zu entdecken.

Wenn Sie das nicht tun und die Blockade mit Mühe überwinden, kann es sonst sein, dass Sie eben nur ein Symptom kurieren – und das Wurzelproblem später weitere, gar größere Hindernisse auftürmt.

Nehmen Sie Ihr Zögern, Ihre Zurückhaltung, Ihr Aufschieben, Ihre Unentschiedenheit als Anlässe, nach dem Zweck des Ganzen bzw. der nächsten Maßnahme  zu fragen. Sind Sie sich über den im Klaren? Glauben Sie (immer noch) an Ihn? Ist Ihr Glaube so stark, wie Sie denken? Ist die Veränderung eine Kopf- oder Herzensangelegenheit?